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Smartmeter: der neue Stromzähler (25. April 2012)

Prof. Ferscha im Interview: In ganz Österreich werden nach und nach alte Stromzähler durch neue ersetzt. Datenschützer und IT-Experten stehen den Smartmetern kritisch gegenüber: Hacker könnten damit Verbrauchs-Daten manipulieren. Die Linz AG spricht von Panikmache.

ooe.orf.at, 2012-04-25 [html] [pdf]

Lange Nacht der Forschung 2012: PowerSaver (24. April 2012)

Im Rahmen der Langen Nacht der Forschung wird in Linz unter anderem gezeigt, wie Energie automatisch eingespart werden kann.

Mit dem PowerSaver knipst sich die Leseleuchte von selbst an, sobald sie gebraucht wird, der Fernseher geht in Betrieb, wenn sich der Nutzer auf die Couch setzt. Dafür zuständig sind miniaturisierte, in der Kleidung integrierte oder am Körper getragene Aktivitätssensoren.

derstandard.at, 2012-04-24 [html] [pdf]
Der Standard, 2012-04-25 [pdf]
JKU|Univationen 2/12[pdf]

Das unsichtbare Netz (17. April 2012)

Sebastian Loudon im Gespräch mit Alois Ferscha
Wissenschaftler sind sich einig: Das Internet wird sich in den kommenden Jahren in den Alltag integrieren. Wollen wir das wirklich? Über eine Frage, die sich nicht stellt.

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Innovationen beim Vienna City Marathon 2012 (26. März 2012)

Am 26. März wurden die Innovationen zum Vienna City Marathon 2012 präsentiert. Neben der VCM App, die mit vielen Informationen und Features für TeilnehmerInnen und Veranstalter aufwartet, geht dieses Jahr das vom Institut für Pervasive Computing entwickelte Sports Community Token mit an den Start.

Die App bietet neben Läufertracking auch umfangreiche Informationen zur Veranstaltung, und ihre Funktionen sind auch online auf der Webseite des VCM nutzbar. Eine Erhöhung der Sicherheit ist durch freiwillige, anonyme Standortfreigabe der App-Benutzer möglich, die in eine Heatmap eingetragen werden.

Was auf den ersten Blick wie ein attraktives Sportarmband aussieht, beinhaltet einen Chip, auf dem Teilnehmer wichtige Gesundheitsdaten freiwillig angeben können. Diese Informationen sind geschützt und verschlüsselt, sodass sie nur vom Sanitätsdienst des Roten Kreuzes an speziell eingerichteten Stationen gelesen werden können. Im Ernstfall kann damit schneller und zielgerichteter geholfen werden. Am 15. April wird eine Gruppe von 20 Läufern dieses intelligente Sportarmband erstmals testen, was den Entwicklern vom Institut für Pervasive Computing wichtige Aufschlüsse aus dem Praxiseinsatz bietet. Im Token, einem "Super-Minimini-Computer", steckt für Prof. Ferscha auch die Zukunft der Zeitnehmung, die den bisher verwendeten Zeitnehmungs-Chip ablösen kann.

Mehr zum Thema:
Vienna City Marathon, 2012-03-26 [pdf] [html]
Der Standard, 2012-03-26[pdf] [html]
futurezone.at, 2012-03-26[pdf] [html]
Google Play, 2012-03-26[pdf] [html]
Kurier, 2012-03-26[pdf] [html]
ots.at, 2012-03-26[pdf] [html]
pressetext.at, 2012-03-26[pdf] [html]
Die Krone, 2012-03-27 [pdf]
Der Kurier, 2012-03-27 [pdf]
Der Standard, 2012-04-07 [pdf]
Der Standard, 2012-04-07 [pdf]
Fotos zur Veranstaltung

Media & Lifestyle Summit 2012 (26. März 2012)

Der Media & Lifestyle Summit 2012 wurde am 19. und 20. März von Medienberater Rudi Klausnitzer in Zürs am Arlberg veranstaltet.

Mit dabei war dieses Jahr auch Alois Ferscha, der am 20. März einen Vortrag zum Thema "Internet of Things" gehalten hat.

horizont.at, 2012-02-29 [html] [pdf]
ots.at, 2012-03-26 [html] [pdf]
live-pr.com [html] [pdf]

Skepsis gegenüber Google Brille (23. Februar 2012)

Ende des Jahres will Google eine serienreife Augmented-Reality-Brille auf den Markt bringen. Auch in Österreich wird an ähnlichen Projekten geforscht: Am Institut für Pervasive Computing entstand in Kooperation mit Silhouette "Spectacles", ein Projekt an dem sich deutlich die Herausforderungen bei der Entwicklung einer Augmented-Reality-Brille für den Massenmarkt zeigen.

futurezone.at, 2012-02-23 [html] [pdf]
Kurier, 2012-02-23 [pdf]

Projects: DISPLAYS, SPECTACLES - Autonomous Wearable Displays

Die Zukunft des Ubiquitous Computing (23. Januar 2012)

Die Sendereihe matrix - computer & neue medien befasste sich am 22.Jänner mit Ubiquitous Computing und interviewte dazu Prof. Ferscha.

20 Years past Weiser - what next? Die Zukunft des Ubiquitous Computing

Im September 1991 erschien in einer Spezialausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Scientific American" über Computer und Netzwerke ein visionärer Artikel von Mark Weiser, der am Forschungszentrum Xerox PARC in Kalifornien forschte. In seinem seinem Aufsatz mit dem Titel "The Computer for the 21st Century" schrieb er, die profundesten Technologien seien jene, die verschwinden. im 21. Jahrhundert würden Computer "ubiquitous", also allgegenwärtig sein, und uns dienen, ohne uns zu stören. Mark Weiser starb 1999 sehr plötzlich an Krebs, doch seine Ideen leben weiter. Was ist 20 Jahre später aus ihnen geworden? Und wohin geht das "Ubiquitous Computing"? - Gestaltung: Sonja Bettel

Ö1: matrix, 2012-01-22[mp3] [pdf]

Marktreife Forschung an der JKU (28. November 2011)

STROMSPAR-HILFE

Alois Ferscha, Vorstand des Instituts für Pervasive Computing der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz, will Technik sinnvoll in den Alltag integrieren und das am besten so, dass es der Konsument gar nicht merkt. Der von ihm erfundene „Power Saver“ soll helfen, elektrische Energie im Haushalt zu sparen – ohne dass man daran denken muss. Das in Kooperation mit dem oberösterreichischen Landesversorger Energie AG hergestellte Produkt lässt sich bequem in einer Armbanduhr verbergen. [...]

Der Kurier, 2011-11-24
Zum Artikel [pdf]
Interview mit Leo Windtner

Projects: PowerIT, Power Saver

FLAGGSCHIFF-INITIATIVE: Der Erdsimulator (04. November 2011)

Ein Echtzeitmodell soll globale Krisen besser beherrschbar machen
Karl Urban

Ein Weltsimulator soll die Arbeit der Politiker in einer immer komplexeren Welt erleichtern. Die nötigen Instrumente dafür sind bald verfügbar.
In Sekunden wandert die Kunde um die Welt: Ein Erdbeben hat Japan getroffen, ein Kursrutsch die Wall Street erschüttert. Beide Nachrichten setzten Ereigniskaskaden in Gang, die in Echtzeit noch entfernteste Weltregionen trafen.

Kaum noch eine Region des Planeten ist heute von einer fernen Naturkatastrophe nicht irgendwie betroffen, kaum eine Existenz völlig unabhängig von zusammenbrechenden Börsen in New York oder Reykjavik. Die Weltwirtschaft ist globalisiert, die Kontinente gut miteinander verdrahtet. Politikern fällt es deshalb immer schwerer, richtig zu entscheiden. Denn schon ein falsches Wort kann ganze Währungen zum Absturz bringen. "Wir haben mit der Globalisierung unsere gesamte Welt und die verschiedenen Systeme miteinander vernetzt", warnt Dirk Helbing vom Institut für Soziologie der ETH Zürich. "Dadurch haben wir eine stark gekoppelte Welt geschaffen. Das macht uns anfälliger für die globale Ausbreitung von lokalen Krisen."

Deshalb führt Helbing eine interdisziplinäre Forschergruppe aus Physikern, Ökonomen, Mathematikern, Soziologen und Klimaforschern an, die einen Lösungsvorschlag anbieten: FuturICT, eine Echtzeitsimulation der Welt, soll die Probleme der heutigen Tagespolitik lösen. Sie soll Entscheidungsträgern dabei helfen vorzufühlen, welche Tragweite ihre Entscheidungen haben könnten.

Drei Säulen

Damit FuturICT funktioniert, müssen drei Instrumente entwickelt werden: Die Datenbasis aller Modelle bildet das so genannte planetare Nervensystem. Es enthält anonymisierte Daten aus sozialen Netzwerken, Messwerte von Umweltsensoren an Bord von Satelliten oder in Smartphones, Informationen aus Ministerien oder von Finanzmärkten. All diese Daten wandern dann in den Erdsimulator.
Europaflagge

Flaggschiff-Initiative

spektrumdirekt stellt Ihnen alle Finalisten in der Bewerbung um die milliardenschwere Förderung im Rahmen der EU-Flaggschiff-Initiative vor.

Mehr zum Thema und alle anderen Beiträge der Serie finden Sie hier:
spektrumdirekt.de/flaggschiffe
Er soll nicht einen, sondern viele mächtige Modellierungswerkzeuge enthalten, die von Forschern und allen Interessierten frei genutzt werden könnten. Zuletzt sollen die Ergebnisse einer simulierten Zukunft visuell ansprechend dargestellt werden, damit nicht nur Wissenschaftler sie verstehen und Politiker nach ihnen handeln können.

Dazu sind etwa einfache ökonomische Modelle immer weniger in der Lage: "Im Prinzip sind große Simulationen eher unterentwickelt in den Wirtschaftswissenschaften", urteilt Thomas Lux, Lehrstuhlinhaber für Geld, Währung und internationale Finanzmärkte an der Universität Kiel. Solche Modelle rechneten vom Verhalten einzelner Akteure am Finanzmarkt auf die ganze Gesellschaft hoch. In den letzten Jahren zeigte sich immer häufiger, dass dieser Ansatz nicht mehr funktioniert. "Es gab eine große methodische Diskussion nach dem Ausbruch der Finanzkrise, die keiner vorhergesehen hat", sagt Thomas Lux.

Solche komplexen Zusammenhänge verspricht der Erdsimulator in Grenzen zu erklären: "Was wir schaffen, sind neue Erkenntnisinstrumente", preist Koordinator Dirk Helbing sein Projekt an. Er hält als theoretischer Physiker eine Professur für Soziologie an der ETH Zürich. Mit FuturICT will er nun auf physikalischen Grundlagen und gemeinsam mit hunderten Forschern ein neues Werkzeug für die Sozial- und Wirtschaftwissenschaften entwickeln "wie man früher Teleskope und Mikroskope geschaffen hat, um Dinge besser zu sehen."

Seine Zuversicht zieht der Projektkoordinator aus der Verkehrsforschung, wo er seine Karriere begann. Hier funktionieren Vorhersagen im Kleinem schon, was der Erdsimulator nun im Großen schaffen soll: Dirk Helbing hatte untersucht, wie sich Verkehrsflüsse mit Hilfe einer lokalen "Selbststeuerung" von Ampeln verbessern lassen. Das überraschende Ergebnis: Versucht jede Ampel für sich durch intelligente Schaltung den Verkehrsfluss zu optimieren, sind die Ergebnisse dürftig. Werden jedoch Kurzzeitprognosen für die Verkehrsströme zwischen den Signalanlagen ausgetauscht, lassen sich viele Staus verhindern. Das kann selbst die Folgen großer Unfälle stark abmildern, indem der Verkehr intelligent über das übrige Straßennetz geleitet wird.

Im richtigen Moment eingreifen

Die größten Probleme im Straßenverkehr wie in der Sozioökonomie entstehen aber, wenn schwere Unfälle einen Dominoeffekt auslösen. Schon 2006 hatte Helbing deshalb untersucht, wie Erdbeben, Pandemien, Hurrikane oder Großfeuer ganze Ereignisketten nach sich ziehen. Durch die beschädigte Infrastruktur werden viele Menschen obdachlos und leben unter hygienisch problematischen Verhältnissen, während die Wirtschaft des jeweiligen Lands unter Umständen zusammenbricht, was zusätzlich zu Plünderungen führen kann.

Grippetrend
Mit politischen Entscheidungen im richtigen Moment ließe sich so eine Kette – womöglich – unterbrechen. Dafür müssen Entscheidungsträger jedoch die Kausalitätsketten kennen und verstehen: "Statt der Katastrophe hinterherzulaufen, können Politiker jetzt proaktiv handeln", erläutert Dirk Helbing. Den genauen Zeitplan von Katastrophe und ihren Folgen kann zwar auch der Erdsimulator dann nicht exakt vorhersagen, aber er kann bestimmte Eintrittswahrscheinlichkeiten liefern. Dadurch lassen sich die Konsequenzen zumindest dämpfen.

Eurostat in Echtzeit

Auf den ersten Blick scheint es, als wolle der Erdsimulator den gesunden Menschenverstand kurzerhand ausschalten und durch eine bessere, scheinbar objektivere Software ersetzen. So weit gehen die Befürworter von FuturICT jedoch nicht. Sie wollen lediglich die Datengrundlage, auf der politische Arbeit schon heute beruht, fit für das 21. Jahrhundert machen.

Schon seit Langem basieren fast alle politische Entscheidungen auf Daten, die von Behörden wie dem statistischen Bundesamt oder von Eurostat kommen. "Sie versuchen statistisch festzuhalten, was Sache ist auf dem Planeten", erläutert Alois Ferscha vom Institut für Pervasive Computing an der Universität Linz. "Diese Daten werden ausgewertet und dann je nach Branche in unterschiedlichen Jahresberichten zusammengestellt." Und gerade das ist nicht mehr zeitgemäß: "Man könnte den Erdsimulator jetzt verstehen als ein Echtzeit-Eurostat, um Politik, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft eine Orientierungshilfe zu geben."

Wackliges Fundament des Weltmodells

Doch bis es so weit ist, müssen große Hürden überwunden werden. Dazu gehört das mathematische Fundament, das noch kräftig wackelt. Denn Interaktionen in der simulierten Weltgesellschaft sind extrem vielschichtig.

"Sie müssen eine Statistik machen mit diesen komplexen Systemen", erläutert Stefan Thurner von der Universität Wien die Probleme. "Die Statistik, die wir von Gauß kennen, funktioniert da nicht mehr." Gerade sich schnell hoch schaukelnde Kaskadeneffekte sind analytisch noch schwer zu fassen, weil die notwendigen mathematischen Werkzeuge bislang nur ansatzweise hergeleitet wurden. Es geht um die Ergebnisse von Katastrophen- und Chaostheorie aus dem vergangenen Jahrhundert, die heute in das junge Forschungsfeld komplexer Systeme münden.

Besser erforscht als die dynamischen Interaktionen zwischen den Menschen sind dagegen die riesigen Modellsysteme. Bereits in den 1940er Jahren theoretisch erdacht, können sogenannte agentenbasierte Modelle heute ganze Gesellschaften aus Milliarden Menschen in realistischer Größe simulieren. Dafür hat vor allem die Rechenkapazität der Supercomputer gesorgt.

In den Alltag griffen ihre Simulationsergebnisse auch schon ein: Als etwa im April 2009 die Schweinegrippe H1N1 in den USA grassierte, unterstützten Wissenschaftler vom US-amerikanischen Forschungsprojekt MIDAS (Models of Infectious Disease Agent Study) die überforderten Politiker. Das Programm simulierte anhand einer synthetischen US-Bevölkerung, zu welchem Zeitpunkt sich die Seuche durch gezielte Maßnahmen am wirkungsvollsten eindämmen ließe. Menschen mit vielen Kontakten seien besonders starke Keimverbreiter, sagte das Modell. Deshalb wurden vor anderen Maßnahmen zuerst massenhaft Kinder geimpft und einige Schulen geschlossen. Dennoch waren die meisten Pandemiemodelle bislang nur schwer mit der Realität in Einklang zu bringen, weil ausreichend Daten fehlten, um die Arbeit der Computer zu unterfüttern.

Die meisten Daten liegen schon herum

Rechenmodelle im luftleeren Raum sind in Zeiten prall gefüllter Speicher aber eigentlich überflüssig. Einen Vorgeschmack liefert die Arbeit von Stefan Thurner, der zurzeit umfangreiche Datenbestände eines komplexen Onlinespiels untersucht. Darin kämpfen 380 000 registrierte Nutzer um die Vorherrschaft in einem fiktiven Universum – im Dienste der Wissenschaft und betrieben von einem Doktoranden. Die Spieler produzieren Güter, handeln, schmieden Bündnisse und führen Krieg, ganz wie in der realen Welt.

"Wenn man Messungen von einer Million Menschen hat, die Abermillionen Entscheidungen treffen, kann man da eine fantastische Statistik machen", erläutert Thurner. "Das war in der Sozialforschung bislang einfach nicht der Fall. Wir können Experimente machen mit einer Statistik, die an naturwissenschaftliche Präzision herankommt."

Noch mehr Erkenntnisse erwarten sich die Wissenschaftler, wenn sie den Erdsimulator auf größere Datenbestände loslassen. Erst als Forschungsflaggschiff könnten sie dafür genügend Rückenwind aus Unternehmen und Politik erhalten. Denn der Zugriff auf Daten ist für Wissenschaftler bis heute schwierig. Besonders in der Finanzwelt: "Börsenkurse kriegt man ganz gut", sagt Thurner. "Optionskurse und Derivatkurse kosten aber zum Teil so viel, dass kein Forscher der Welt sich das leisten wird."

Daneben soll FuturICT lediglich das miteinander vernetzen, was sowieso frei herumliegt: die unzähligen Bibliotheken im Netz, deren Zahl ständig wächst. Allein 70 wären schon heute interessant für die Forscher, darunter die Verkehrsdaten des Schweizer Bundesamts für Straßen, Googles landesspezifische Auswertung für das Suchwort "Grippe" oder die Menge an US-Rohstoffen und -Gütern, die auf Frachtschiffen transportiert werden.

Was Echtzeitdaten aus sozialen Netzwerken angeht, ist den Wissenschaftlern dagegen klar: FuturICT muss im nächsten Jahr nicht nur die Europäische Union überzeugen. Sie werden auch eine gesellschaftliche Debatte in Gang setzen müssen, ob unsere Daten nur Konzernen wie Facebook und Google dienen oder auch die Wissenschaft unterstützen dürfen, wenn sie verantwortungsvoll mit ihnen umgeht.

Am Ende dieses Prozesses sieht Koordinator Dirk Helbing nicht weniger als eine bessere und sicherere Welt. Denn er möchte die komplexen Modelle so anschaulich darstellen, dass sie jeder versteht: die Auswirkungen eines Tsunamis im japanischen Meer genauso wie die Folgen unseres Lebensstils auf die Umwelt. Vielleicht hilft es ja. (© spektrumdirekt)

Projects: We support: FuturICT

SmartLight Displays (25. Oktober 2011)

Neues Projekt der JKU lehrt Maschinen, was Menschen wollen Linz (jku)
Wir leben im Zeitalter der Reizüberflutung - Werbung, Hinweise und Nachrichten prasseln pausenlos auf uns ein. Nur wenig davon ist für uns relevant - wie schön wäre es, wenn uns nur jene Informationen erreichen würden, die wir wirklich brauchen! Eine neue Entwicklung des Instituts für Pervasive Computing macht genau das möglich: Die intelligenten Displays "SmartLight" werden künftig genau jene Informationen weiterleiten, die der User tatsächlich haben will.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Schlagzeilen und Nachrichten aus meiner Heimatstadt. Wie entwickeln sich von mir veranlagte Werte an der Börse? Fährt mein Zug pünktlich ab? Welche Filme haben meine Freunde zuletzt gesehen? Smart Light leitet ein neues Zeitalter der Interaktion zwischen Mensch und Maschine ein. Die Displays können überall aufgestellt werden und jede Form digitaler Informationen darstellen: Texte, Bilder oder Musik - und alles genau nach dem Geschmack des Users.

"Wenn wir als Mensch anderen Menschen begegnen, wissen wir oft sofort, ob sie in der Situation ansprechbar oder aufnahmefähig für Dinge sind, die wir ihnen mitteilen wollen. Digitale Anzeigesysteme waren bis dato völlig 'blind' für Menschen und ihre Aufmerksamkeit. Mit dem geförderten Forschungsprojekt DISPLAYS haben wir versucht, Informations- und Leitdisplays 'die Augen zu öffnen'", erklärt Prof. Alois Ferscha von der JKU die neue Technik. "Ein Teilergebnis dieses Projektes ist unser SmartLight, ein digitales Displaysystem, das sich mit integrierten Sensoren wie einem Ultraschall Distanzmesser und Tiefenbildsensoren ein 'Bild' von ihrem Betrachter machen können. So können ihm die Displays jene Inhalte anzeigen, die sowohl zur Situation als auch zum seinem Interessens- und Aufmerksamkeitseindruck passen", so Ferscha.

Das Überfrachtungsprinzip der heutigen Außenwerbung wird damit zu einem interessensgesteuerten Abrufprinzip. SmartLights ermöglichen erstmals auch Informationsfluss in die Gegenrichtung: So können eigene multimediale Inhalte wie am Smartphone aufgenommene Videos, Audionotizen oder Photos ins Netz hochgeladen werden. Der Souverän darüber, welche Daten an wen bereitgestellt werden bleibt damit immer der Benutzer.

"Die Einschätzung der menschlichen Aufmerksamkeit von rein äußerlichen Beobachtungsgrößen wie Körperhaltung, Kopf- oder Handgesten, Gesichtsausdruck oder Augenbewegung zählt zu den schwierigsten Aufgaben der maschinellen Wahrnehmung. Mit der Implementierung eines Präsenz- und Aufmerksamkeitsmustererkennungssystems in unserem SmartLight Display ist es erstmals gelungen, Anzeigeinhalte nicht nur zu personalisieren, sondern selbst an die Aufnahmenbereitschaft des Betrachters anzupassen", weiß Ferscha. Am Folgeprojekt wird an der JKU bereits gearbeitet: "Mit dem vor kurzen genehmigten EU-Projekt SAPERE haben wir nun die Möglichkeit, unsere SmartLights zu vernetzten und intelligenten Informations-Ökosystemen weiterzuentwickeln." Und so die Maschinen weiter zu mehr Benutzerfreundlichkeit zu erziehen.

jku.at [html] [pdf]
Österreich Journal, 2011-10-25 [html] [pdf]
relevant.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
apa.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
Computerwelt.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
Horizont, 2011-11-03 [html] [pdf]
derstandard.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
krone.at, 2011-11-03 [html] [pdf]
hitech.at, 2011-11-03 [html] [pdf]
studium.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
it-press.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
wienweb.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
medianet.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
medienmanager.at, 2011-11-02 [html] [pdf]
invidis.at, 2011-11-16 [html] [pdf]

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