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Die Zukunft des Ubiquitous Computing (23. Januar 2012)
Die Sendereihe matrix - computer & neue medien befasste sich am 22.Jänner mit Ubiquitous Computing und interviewte dazu Prof. Ferscha. 20 Years past Weiser - what next? Die Zukunft des Ubiquitous Computing Im September 1991 erschien in einer Spezialausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Scientific American" über Computer und Netzwerke ein visionärer Artikel von Mark Weiser, der am Forschungszentrum Xerox PARC in Kalifornien forschte. In seinem seinem Aufsatz mit dem Titel "The Computer for the 21st Century" schrieb er, die profundesten Technologien seien jene, die verschwinden. im 21. Jahrhundert würden Computer "ubiquitous", also allgegenwärtig sein, und uns dienen, ohne uns zu stören. Mark Weiser starb 1999 sehr plötzlich an Krebs, doch seine Ideen leben weiter. Was ist 20 Jahre später aus ihnen geworden? Und wohin geht das "Ubiquitous Computing"? - Gestaltung: Sonja Bettel |
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Marktreife Forschung an der JKU (28. November 2011)
STROMSPAR-HILFE Alois Ferscha, Vorstand des Instituts für Pervasive Computing der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz, will Technik sinnvoll in den Alltag integrieren und das am besten so, dass es der Konsument gar nicht merkt. Der von ihm erfundene „Power Saver“ soll helfen, elektrische Energie im Haushalt zu sparen – ohne dass man daran denken muss. Das in Kooperation mit dem oberösterreichischen Landesversorger Energie AG hergestellte Produkt lässt sich bequem in einer Armbanduhr verbergen. [...]
Der Kurier, 2011-11-24 Projects: PowerIT, Power Saver |
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FLAGGSCHIFF-INITIATIVE: Der Erdsimulator (04. November 2011)
Ein Echtzeitmodell soll globale Krisen besser beherrschbar machen
Karl Urban
Ein Weltsimulator soll die Arbeit der
Politiker in einer immer komplexeren Welt erleichtern. Die nötigen
Instrumente dafür sind bald verfügbar.
In Sekunden wandert die Kunde um die Welt: Ein Erdbeben hat Japan
getroffen, ein Kursrutsch die Wall Street erschüttert. Beide Nachrichten
setzten Ereigniskaskaden in Gang, die in Echtzeit noch entfernteste
Weltregionen trafen.
Kaum noch eine Region des Planeten ist heute von einer fernen Naturkatastrophe nicht irgendwie betroffen, kaum eine Existenz völlig unabhängig von zusammenbrechenden Börsen in New York oder Reykjavik. Die Weltwirtschaft ist globalisiert, die Kontinente gut miteinander verdrahtet. Politikern fällt es deshalb immer schwerer, richtig zu entscheiden. Denn schon ein falsches Wort kann ganze Währungen zum Absturz bringen. "Wir haben mit der Globalisierung unsere gesamte Welt und die verschiedenen Systeme miteinander vernetzt", warnt Dirk Helbing vom Institut für Soziologie der ETH Zürich. "Dadurch haben wir eine stark gekoppelte Welt geschaffen. Das macht uns anfälliger für die globale Ausbreitung von lokalen Krisen." Deshalb führt Helbing eine interdisziplinäre Forschergruppe aus Physikern, Ökonomen, Mathematikern, Soziologen und Klimaforschern an, die einen Lösungsvorschlag anbieten: FuturICT, eine Echtzeitsimulation der Welt, soll die Probleme der heutigen Tagespolitik lösen. Sie soll Entscheidungsträgern dabei helfen vorzufühlen, welche Tragweite ihre Entscheidungen haben könnten. Drei Säulen Damit FuturICT funktioniert, müssen drei Instrumente entwickelt werden: Die Datenbasis aller Modelle bildet das so genannte planetare Nervensystem. Es enthält anonymisierte Daten aus sozialen Netzwerken, Messwerte von Umweltsensoren an Bord von Satelliten oder in Smartphones, Informationen aus Ministerien oder von Finanzmärkten. All diese Daten wandern dann in den Erdsimulator. ![]() Flaggschiff-Initiative spektrumdirekt stellt Ihnen alle Finalisten in der Bewerbung um die milliardenschwere Förderung im Rahmen der EU-Flaggschiff-Initiative vor. Mehr zum Thema und alle anderen Beiträge der Serie finden Sie hier: spektrumdirekt.de/flaggschiffe Dazu sind etwa einfache ökonomische Modelle immer weniger in der Lage: "Im Prinzip sind große Simulationen eher unterentwickelt in den Wirtschaftswissenschaften", urteilt Thomas Lux, Lehrstuhlinhaber für Geld, Währung und internationale Finanzmärkte an der Universität Kiel. Solche Modelle rechneten vom Verhalten einzelner Akteure am Finanzmarkt auf die ganze Gesellschaft hoch. In den letzten Jahren zeigte sich immer häufiger, dass dieser Ansatz nicht mehr funktioniert. "Es gab eine große methodische Diskussion nach dem Ausbruch der Finanzkrise, die keiner vorhergesehen hat", sagt Thomas Lux. Solche komplexen Zusammenhänge verspricht der Erdsimulator in Grenzen zu erklären: "Was wir schaffen, sind neue Erkenntnisinstrumente", preist Koordinator Dirk Helbing sein Projekt an. Er hält als theoretischer Physiker eine Professur für Soziologie an der ETH Zürich. Mit FuturICT will er nun auf physikalischen Grundlagen und gemeinsam mit hunderten Forschern ein neues Werkzeug für die Sozial- und Wirtschaftwissenschaften entwickeln "wie man früher Teleskope und Mikroskope geschaffen hat, um Dinge besser zu sehen." Seine Zuversicht zieht der Projektkoordinator aus der Verkehrsforschung, wo er seine Karriere begann. Hier funktionieren Vorhersagen im Kleinem schon, was der Erdsimulator nun im Großen schaffen soll: Dirk Helbing hatte untersucht, wie sich Verkehrsflüsse mit Hilfe einer lokalen "Selbststeuerung" von Ampeln verbessern lassen. Das überraschende Ergebnis: Versucht jede Ampel für sich durch intelligente Schaltung den Verkehrsfluss zu optimieren, sind die Ergebnisse dürftig. Werden jedoch Kurzzeitprognosen für die Verkehrsströme zwischen den Signalanlagen ausgetauscht, lassen sich viele Staus verhindern. Das kann selbst die Folgen großer Unfälle stark abmildern, indem der Verkehr intelligent über das übrige Straßennetz geleitet wird. Im richtigen Moment eingreifen Die größten Probleme im Straßenverkehr wie in der Sozioökonomie entstehen aber, wenn schwere Unfälle einen Dominoeffekt auslösen. Schon 2006 hatte Helbing deshalb untersucht, wie Erdbeben, Pandemien, Hurrikane oder Großfeuer ganze Ereignisketten nach sich ziehen. Durch die beschädigte Infrastruktur werden viele Menschen obdachlos und leben unter hygienisch problematischen Verhältnissen, während die Wirtschaft des jeweiligen Lands unter Umständen zusammenbricht, was zusätzlich zu Plünderungen führen kann. Mit politischen Entscheidungen im richtigen Moment ließe sich so eine Kette – womöglich – unterbrechen. Dafür müssen Entscheidungsträger jedoch die Kausalitätsketten kennen und verstehen: "Statt der Katastrophe hinterherzulaufen, können Politiker jetzt proaktiv handeln", erläutert Dirk Helbing. Den genauen Zeitplan von Katastrophe und ihren Folgen kann zwar auch der Erdsimulator dann nicht exakt vorhersagen, aber er kann bestimmte Eintrittswahrscheinlichkeiten liefern. Dadurch lassen sich die Konsequenzen zumindest dämpfen. Eurostat in Echtzeit Auf den ersten Blick scheint es, als wolle der Erdsimulator den gesunden Menschenverstand kurzerhand ausschalten und durch eine bessere, scheinbar objektivere Software ersetzen. So weit gehen die Befürworter von FuturICT jedoch nicht. Sie wollen lediglich die Datengrundlage, auf der politische Arbeit schon heute beruht, fit für das 21. Jahrhundert machen. Schon seit Langem basieren fast alle politische Entscheidungen auf Daten, die von Behörden wie dem statistischen Bundesamt oder von Eurostat kommen. "Sie versuchen statistisch festzuhalten, was Sache ist auf dem Planeten", erläutert Alois Ferscha vom Institut für Pervasive Computing an der Universität Linz. "Diese Daten werden ausgewertet und dann je nach Branche in unterschiedlichen Jahresberichten zusammengestellt." Und gerade das ist nicht mehr zeitgemäß: "Man könnte den Erdsimulator jetzt verstehen als ein Echtzeit-Eurostat, um Politik, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft eine Orientierungshilfe zu geben." Wackliges Fundament des Weltmodells Doch bis es so weit ist, müssen große Hürden überwunden werden. Dazu gehört das mathematische Fundament, das noch kräftig wackelt. Denn Interaktionen in der simulierten Weltgesellschaft sind extrem vielschichtig. "Sie müssen eine Statistik machen mit diesen komplexen Systemen", erläutert Stefan Thurner von der Universität Wien die Probleme. "Die Statistik, die wir von Gauß kennen, funktioniert da nicht mehr." Gerade sich schnell hoch schaukelnde Kaskadeneffekte sind analytisch noch schwer zu fassen, weil die notwendigen mathematischen Werkzeuge bislang nur ansatzweise hergeleitet wurden. Es geht um die Ergebnisse von Katastrophen- und Chaostheorie aus dem vergangenen Jahrhundert, die heute in das junge Forschungsfeld komplexer Systeme münden. Besser erforscht als die dynamischen Interaktionen zwischen den Menschen sind dagegen die riesigen Modellsysteme. Bereits in den 1940er Jahren theoretisch erdacht, können sogenannte agentenbasierte Modelle heute ganze Gesellschaften aus Milliarden Menschen in realistischer Größe simulieren. Dafür hat vor allem die Rechenkapazität der Supercomputer gesorgt. In den Alltag griffen ihre Simulationsergebnisse auch schon ein: Als etwa im April 2009 die Schweinegrippe H1N1 in den USA grassierte, unterstützten Wissenschaftler vom US-amerikanischen Forschungsprojekt MIDAS (Models of Infectious Disease Agent Study) die überforderten Politiker. Das Programm simulierte anhand einer synthetischen US-Bevölkerung, zu welchem Zeitpunkt sich die Seuche durch gezielte Maßnahmen am wirkungsvollsten eindämmen ließe. Menschen mit vielen Kontakten seien besonders starke Keimverbreiter, sagte das Modell. Deshalb wurden vor anderen Maßnahmen zuerst massenhaft Kinder geimpft und einige Schulen geschlossen. Dennoch waren die meisten Pandemiemodelle bislang nur schwer mit der Realität in Einklang zu bringen, weil ausreichend Daten fehlten, um die Arbeit der Computer zu unterfüttern. Die meisten Daten liegen schon herum Rechenmodelle im luftleeren Raum sind in Zeiten prall gefüllter Speicher aber eigentlich überflüssig. Einen Vorgeschmack liefert die Arbeit von Stefan Thurner, der zurzeit umfangreiche Datenbestände eines komplexen Onlinespiels untersucht. Darin kämpfen 380 000 registrierte Nutzer um die Vorherrschaft in einem fiktiven Universum – im Dienste der Wissenschaft und betrieben von einem Doktoranden. Die Spieler produzieren Güter, handeln, schmieden Bündnisse und führen Krieg, ganz wie in der realen Welt. "Wenn man Messungen von einer Million Menschen hat, die Abermillionen Entscheidungen treffen, kann man da eine fantastische Statistik machen", erläutert Thurner. "Das war in der Sozialforschung bislang einfach nicht der Fall. Wir können Experimente machen mit einer Statistik, die an naturwissenschaftliche Präzision herankommt." Noch mehr Erkenntnisse erwarten sich die Wissenschaftler, wenn sie den Erdsimulator auf größere Datenbestände loslassen. Erst als Forschungsflaggschiff könnten sie dafür genügend Rückenwind aus Unternehmen und Politik erhalten. Denn der Zugriff auf Daten ist für Wissenschaftler bis heute schwierig. Besonders in der Finanzwelt: "Börsenkurse kriegt man ganz gut", sagt Thurner. "Optionskurse und Derivatkurse kosten aber zum Teil so viel, dass kein Forscher der Welt sich das leisten wird." Daneben soll FuturICT lediglich das miteinander vernetzen, was sowieso frei herumliegt: die unzähligen Bibliotheken im Netz, deren Zahl ständig wächst. Allein 70 wären schon heute interessant für die Forscher, darunter die Verkehrsdaten des Schweizer Bundesamts für Straßen, Googles landesspezifische Auswertung für das Suchwort "Grippe" oder die Menge an US-Rohstoffen und -Gütern, die auf Frachtschiffen transportiert werden. Was Echtzeitdaten aus sozialen Netzwerken angeht, ist den Wissenschaftlern dagegen klar: FuturICT muss im nächsten Jahr nicht nur die Europäische Union überzeugen. Sie werden auch eine gesellschaftliche Debatte in Gang setzen müssen, ob unsere Daten nur Konzernen wie Facebook und Google dienen oder auch die Wissenschaft unterstützen dürfen, wenn sie verantwortungsvoll mit ihnen umgeht. Am Ende dieses Prozesses sieht Koordinator Dirk Helbing nicht weniger als eine bessere und sicherere Welt. Denn er möchte die komplexen Modelle so anschaulich darstellen, dass sie jeder versteht: die Auswirkungen eines Tsunamis im japanischen Meer genauso wie die Folgen unseres Lebensstils auf die Umwelt. Vielleicht hilft es ja.
Zum Thema FuturICT Dirk Helbing, ETH Zürich Thomas Lux, Universität Kiel Alois Ferscha, Universität Linz Stefan Thurner, Medizinische Universität Wien Spektrumdirekt, 2011-11-04 [html] [pdf] Projects: We support: FuturICT |
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SmartLight Displays (25. Oktober 2011)
Neues Projekt der JKU lehrt Maschinen, was Menschen wollen
Linz (jku) Die Anwendungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Schlagzeilen und Nachrichten aus meiner Heimatstadt. Wie entwickeln sich von mir veranlagte Werte an der Börse? Fährt mein Zug pünktlich ab? Welche Filme haben meine Freunde zuletzt gesehen? Smart Light leitet ein neues Zeitalter der Interaktion zwischen Mensch und Maschine ein. Die Displays können überall aufgestellt werden und jede Form digitaler Informationen darstellen: Texte, Bilder oder Musik - und alles genau nach dem Geschmack des Users. "Wenn wir als Mensch anderen Menschen begegnen, wissen wir oft sofort, ob sie in der Situation ansprechbar oder aufnahmefähig für Dinge sind, die wir ihnen mitteilen wollen. Digitale Anzeigesysteme waren bis dato völlig 'blind' für Menschen und ihre Aufmerksamkeit. Mit dem geförderten Forschungsprojekt DISPLAYS haben wir versucht, Informations- und Leitdisplays 'die Augen zu öffnen'", erklärt Prof. Alois Ferscha von der JKU die neue Technik. "Ein Teilergebnis dieses Projektes ist unser SmartLight, ein digitales Displaysystem, das sich mit integrierten Sensoren wie einem Ultraschall Distanzmesser und Tiefenbildsensoren ein 'Bild' von ihrem Betrachter machen können. So können ihm die Displays jene Inhalte anzeigen, die sowohl zur Situation als auch zum seinem Interessens- und Aufmerksamkeitseindruck passen", so Ferscha. Das Überfrachtungsprinzip der heutigen Außenwerbung wird damit zu einem interessensgesteuerten Abrufprinzip. SmartLights ermöglichen erstmals auch Informationsfluss in die Gegenrichtung: So können eigene multimediale Inhalte wie am Smartphone aufgenommene Videos, Audionotizen oder Photos ins Netz hochgeladen werden. Der Souverän darüber, welche Daten an wen bereitgestellt werden bleibt damit immer der Benutzer. "Die Einschätzung der menschlichen Aufmerksamkeit von rein äußerlichen Beobachtungsgrößen wie Körperhaltung, Kopf- oder Handgesten, Gesichtsausdruck oder Augenbewegung zählt zu den schwierigsten Aufgaben der maschinellen Wahrnehmung. Mit der Implementierung eines Präsenz- und Aufmerksamkeitsmustererkennungssystems in unserem SmartLight Display ist es erstmals gelungen, Anzeigeinhalte nicht nur zu personalisieren, sondern selbst an die Aufnahmenbereitschaft des Betrachters anzupassen", weiß Ferscha. Am Folgeprojekt wird an der JKU bereits gearbeitet: "Mit dem vor kurzen genehmigten EU-Projekt SAPERE haben wir nun die Möglichkeit, unsere SmartLights zu vernetzten und intelligenten Informations-Ökosystemen weiterzuentwickeln." Und so die Maschinen weiter zu mehr Benutzerfreundlichkeit zu erziehen.
jku.at [html]
[pdf] |
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Prof. Ferscha im Interview zum Thema E-Mobilität (15. Juli 2011)
Ein Interview mit Prof. Alois Ferscha zum Thema E-Mobilität brachte die Rundschau am 14.07.2011:
Alois Ferscha, Professor und Forscher im Bereich Pervasive Computing an der
JKU in Linz, sieht die Zukunft klar im Bereich individueller E-Mobiltät. Wann es soweit
ist, hängt weniger von der Technologie, als mehr vom Markt und Infrastruktur ab. (Foto: BRS)
Bezirksrundschau Urfahr Umgebung [pdf] |
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ORF: Ö1 berichtet über Mark Weiser und befragt Alois Ferscha (06. Juli 2011)
20 Jahre, nachdem Mark Weisers Artikel, "The Computer of the 21st Century" in der Zeitschrift "Scientific American" erschien, widmet sich die Sendereihe Digital Leben diese Woche unter dem Titel "Die Zukunft von gestern" auch dem Thema Ubiquitous Computing. ![]() The most profound technologies are those that disappear. They weave themselves into the fabric of everyday life until they are indistinguishable from it. (Mark Weiser) Die Schnelllebigkeit des Technologiebereiches scheint Gesetz. Ausgedrückt wird es durch die Mooresche Faustregel, wonach sich die Leistungsfähigkeit von Prozessoren alle zwei Jahre verdoppelt. Der Blick ist in die Zukunft gerichtet, kaum in die Vergangenheit. Doch allzu oft entpuppen sich Prophezeiungen und Verheißungen neuer Technologien als Hypes und unrealistische Versprechungen. Seit 1995 beschäftigt sich die Sendung "matrix-computer und neue medien" mit den Vorzügen und Abgründen der Informationsgesellschaft. Für die Serie "Digital.Leben - Die Zukunft von gestern" haben Sonja Bettel und Anna Masoner das matrix-Archiv durchforstet und bei Prof. Alois Ferscha nachgefragt, was aus manchen der Ankündigungen von damals geworden ist.
Ö1, Digital Leben, 2011-07-05, 16:55
[mp3][pdf] |
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PowerSaver System: Energiesparen im Haushalt der Zukunft (22. Juni 2011)
Ein richtungsweisendes Ergebnis hat eine Studie der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) in Kooperation mit der Energie AG gebracht: Dank des neuen PowerSaver Systems konnten im Haushalt etwa 17 % des durch Aktivität beeinflussbaren Stromverbrauches eingespart werden.
Zum Artikel [pdf] Projects: Power Saver |
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FM4 berichtet über Wearable Displays (31. Mai 2011)
Wahrnehmungen verweben Computer mit Tastatur? Der Wissenschafter Alois Ferscha ist mit Wearable Display-Entwicklungen der gängigen Auffassung von Computertechnologie voraus. Die Wahrnehmung der Realität mit einer Wahrnehmung über Dinge zu verweben, die wir bisher nur vom Internet gewohnt sind: Das ist eine der Aufgaben, die sich Alois Ferscha stellt. Klingt poetisch, und ist wissenschaftliche Spitzenforschung im Bereich des "Pervasive Computing": Technologie durchdringt Gebrauchsgegenstände des Alltags. LateinerInnen wissen: Pervadere (lat.) heißt durchdringen - Brillen beispielsweise: mit integriertem Display und technischen Sensoren ausgestattet, bieten die "Spectacles" situationsbezogene Dienste und Situationserkennung. Für den Prototypen der "Spectacles" erhielten Alois Ferscha und sein Team am Institut für Pervasive Computing in Linz den Innovationspreis des Staatspreises für Multimedia und e-Business 2011. Als ob diese geglückte Entwicklung des "Wearable Computing" nicht spannend genug wäre - fantastisch ist der Forschungsansatz. "Wir beziehen unsere Motivation aus einer Kritik an Computertechnologie herkömmlichen Zuschnitts", sagt der Informatiker, Universitätsprofessor und Leiter des Instituts für Pervasive Computing zu Beginn des Interviews. Freitagmittag strömen Studierende vom Campus der Johannes-Kepler-Universtität in Linz Richtung Wochenende. Auf Tour sind auch die "Spectacles", doch Alois Ferscha ist da. Im Physikgebäude verteilt sich sein Team von einer Kaffeepause zurück an die Arbeitsplätze, während sich das Unigelände leert. Softwareingenieure, InformatikerInnen, auch Elektrotechniker und ein Designer gehören zum fünfzehnköpfigen Team. Brillen als High-Performance-Computer In fünf Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist ihnen der weltweit erste ernsthafte wissenschaftliche Versuch gelungen, ein Wearable Display in eine gewöhnliche Brillenfassung einzupassen. Beim Mountainbiken zum Beispiel sieht das so aus:
Keine Virtual Reality, sondern der (Durch)Blick auf ein "Wearable Display". Zum einen blickt man in die Realität, wie wir sie visuell wahrnehmen. Die zweite Sicht ist eine hinzugenommene Information, angezeigt auf einem Minidisplay auf der Innenseite der Brille, und geliefert mit drahtlosen Kommunikationstechnologien. Die intelligenten "Spectacles" sind ausgestattet mit einer Vielzahl technischer Komponenten: Hochperformance-Prozessor, entsprechende Sensorik und drahtlose Kommunikation, bildgebende Sensoren wie Kameras und Mikrophone. Die Kamera, integriert in der Brillenfassung, blickt in dieselbe Richtung wie die/der Brillenträger/in. Dazu kommt eine Positionierungs- und Orientierungseinheit, quasi ein GPS-Sensor und ein digitaler Kompass. Die Brille ist somit überall verortbar. Und das Bild, das die Kamera liefert, kann zum Standort, der Geographie und zur aktuellen Situation in Bezug gesetzt werden.
Je nach Anwendungsbedarf können die Hardware-Komponenten kombiniert und die Software konfiguriert werden. Für die Feuerwehr hat das Team eine Applikation entwickelt. In Kooperation mit einem oberösterreichischen Brillenhersteller die "Spectacles" als Sportbrille realisiert, inklusive Herzfrequenz- und Stresssensor. Als Tourist bekommt man beim Besuch einer Stadt mit den "Spectacles" nicht einzig das Gebäude zu sehen, vor dem man physikalisch steht, sondern Informationen dazu aus dem Internet. Als "diatory assistent" im Supermarkt lösen die "Spectacles" via Laserscanner, der in der Kamera in der Brillle integriert ist, jeden Lebensmitttel-Produktcode in Nährwertangaben auf dem Wearable Display auf. Ein weiteres und weites Anwendungsgebiet liegt in der Chirurgie. Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung war die Optik: Das menschliche Auge kann Objekte, die kürzer als 2,5 Zentimeter von der Netzhaut entfernt sind, nicht fokussieren. Der optische Weg musste verlängert werden. Einzig dabei halfen KollegInnen eines Forschungslabors an der University of Central Florida mit ihrem Know-How aus. Sämtliche Hardware und Software entstanden am Institut für Pervasive Computing. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit Den Blick durch die Brille und auf das "Wearable Display" lerne der Mensch intuitiv, sagt Ferscha. Sonderlich konzentrieren müsse man sich beim ersten Tragen nicht. Nicht zuletzt sind die "Spectacles" eine Brille und die kann man abnehmen. "Und nicht etwas, das einen kontinuierlich und fußfesselähnlich bindet, an das Internet oder sonstige Verbindungen", sagt Alois Ferscha. Und trifft damit den Kern seiner Arbeit: Ihm geht es um eine adäquate Verwendung von Technologie. "Ich denke, dass die Aufnahmefähigkeit - das Sensorische betreffend, aber auch die Aufnahmebereitschaft, die der Intellekt des Menschen vorgibt - in Beziehung gebracht werden muss mit der Leistungsfähigkeit von Systemen", sagt Ferscha. Die Informatik hat die Leistungen ihrer Systeme hochgeschraubt. Ferscha interessiert längst die Ökonomie der Aufmerksamkeit.
Alois Ferscha und eine frühe Wearable-Studie einer Sensorjacke.(c)Radio FM4 Alois Ferscha ist überzeugt, dass in manchen Bereichen der Weg der Eingabe von Information über eine Tastatur in Systeme nicht geeignet ist oder gar nicht in Frage kommt. "Dort, wo Sie keine freien Hände haben. Wo Gefahr im Verzug ist." Systeme müssen sich nicht immer über einen Bildschirm an den Menschen zurückartikulieren. Der Favorisierung des Auges hält Ferscha Produktentwicklungen entgegen. Es genügt, wenn es tönt, summt oder ein Vibrieren zu spüren ist. Ein Gurt als ein vibrotaktiles Informationssystem, das einem per Vibration die Richtung weist, entwickelte das Team in einem EU-Projekt. Projektpartner stellten Daten zu 9/11 und dem 7/7-Bombing in London zur Verfügung. "Es ist finster oder verraucht, durch eine so große Geräuschkulisse hört man nicht mehr auf Anweisungen, die über Lautsprecher kommen, oder ist so in Panik und hat damit eine eingeschänkte Sinneswahrnehmung, dass hier Richtungsanweisung zum nächsten rettenden Ausgang über vibrotaktile Stimulation gegeben wird." Im Ernstfall bräuchte nicht jede Person diesen Gürtel, das Sozialverhalten spielt der Entwicklung zu. Zu futuristisch? Dennoch: Ihre Arbeiten erzeugen wahrscheinlich vorerst nur ein Lächeln in der breiten Öffentlichkeit, befürchtet Ferscha. Neugierig war der Projekt X-Hörer, wie es sich für einen Hauptprojektleiter gehört, schon als Kind. Ob sich ein alter ausrangierter Eiskasten von innen öffnen ließe, wollte er als kleiner Bub wissen. Es geht nicht. Ein Onkel bemerkte sein Verschwinden noch rechtzeitig. "Noch zu future" sei Wearable Computing. Die Zeit sei einfach nicht reif für solche Technologie, in einem Zeitalter, in dem die Menschen lernen, ein Mobiltelefon oder ein Pad zu bedienen und sich dafür zu begeistern. Umso mehr freut den Wissenschafter der Staatspreis. Entwicklungen gehen nun mal langsam, sagt Ferscha und verweist auf den PC: "Die Entwicklung hat jetzt dreißig Jahre gewährt, am 11. August 1984 ist er von einem großen Dreibuchstaben-Hersteller der Welt vorgestellt worden. Heute ist er noch immer der Dreibuchstaben-PC, mit Bildschirm und Tastatur. Und er wird es noch weitere dreißig Jahre bleiben. Der neueste Trend sind Mobiltelefone - eine Miniaturisierung dessen, was wir ohnehin schon als PC kennen". Einzig versehen mit dem zusätzlichen Effekt, dass sie leichter handzuhaben und mitzunehmen sind. "Angreifen und mitnehmen ist etwas zutiefst Menschliches", sagt Alois Ferscha. |
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Grenzüberschreitender Innovationstag - Cross Border Award (20. Mai 2011)
Im Rahmen des alljährlichen "Grenzüberschreitenden Innovationstags" der Technologieplattform "Oberösterreich - Niederbayern - Südböhmen" wurde auch in diesem Jahr wieder der Cross Border Award verliehen. Prämiert wird mit diesem Preis eine vorbildliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr unter anderem die niederbayerische Firma Karl Bachl GmbH & Co. KG und die Fachhochschule Oberösterreich - Campus Wels. " Vom verschwinden des Computers und dem Aufkommen eingebetteter Assistenzlösungen" handelte im Anschluss ein Vortrag von Prof. Alois Ferscha von der Universität Linz. |
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JKU entwickelt Energiespar- System (10. Mai 2011)
Einen Blick in die intelligente Energiezukunft bietet das Projekt PowerSaver der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz, Institut für Pervasive Computing in Kooperation mit der Energie AG: Mit Hilfe modernster Technologie wird der Stromverbrauch im Haushalt gesenkt. Elektrische Geräte werden nur dann aktiviert, wenn sie gebraucht und benutzt werden. Eine rund neunmonatige Feldstudie hat gezeigt, dass sich mit dem PowerSaver-System rund 17% der durch Aktivität beeinflussbaren elektrischen Energie einsparen lassen – und das bei sogar höherem Komfort als bisher. Mit dem PowerSaver-System kann nach einem Regelsystem genau gesteuert werden, welche Geräte zu welchen Zeitpunkten ein- oder ausgeschaltet werden, bzw. innerhalb welcher Zeiten ein Standby-Betrieb notwendig ist. Je mehr Daten das System erhält, desto besser kann es auch selbst lernen und sich auf die Menschen in der Umgebung einstellen. Mit Festlegung der individuellen Regeln können die BenutzerInnen selber entscheiden, mit welcher Intensität sie das Einsparpotential ausnutzen wollen.
Sensor erkennt die BenutzerInnen
Einfache Änderungen
Positives Feedback
Vergessen unmöglich Das Projekt PowerSaver ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie gut die Kooperation zwischen Universität und Unternehmen funktioniert. „Die fruchtbare Zusammenarbeit von JKU und Energie AG zeigt, was wir gemeinsam im Bereich der Energieforschung alles erreichen können. Dass wir mit dem neu entwickelten PowerSaver-System zukünftig in der Lage sein werden, den Stromverbrauch im Haushalt deutlich zu senken, ist ein großer Wurf. Energiesparen geht uns schließlich alle an“, ergänzt JKU-Rektor Prof. Richard Hagelauer. [Manfred Rathmoser/Energie AG]
2011-05-10, JKU [html] [pdf] Projects: Power Saver |